Trnava im 19. und 20. Jahrhundert

Ende 18. Jahrhunderts und in der ersten Hälfte 19. Jahrhunderts konzentrierten sich in Trnava christliche Gelehrten, die auf die nationale Wiedergeburt der Slowaken appellierten. Während der Magyarisierung wurde Trnava zum nationalen und kulturellen Zentrum. Am meisten bemühte sich darum Anton Bernolák (1762-1813), Kodifikator der ersten slowakischen Schriftsprache, Philologe und einer der Pioniere der nationalen Wiedergeburt der Slowaken. Eine der zwei Hauptgruppen der Träger des slowakischen nationalen Wiedergeburtprozesses wurde nach ihm benannt - „Bernolákovci”. Anton Bernolák und Juraj Fándly gründeten im Jahr 1792 den Verein „Slovenské učené tovarišstvo”, der die Literatur, Aufklärung und Kultur in neuer Schriftsprache verbreitete. Die Hauptbeschäftigung dieser landesweiten kulturellen Institution war die Buchherausgabe zwecks der kulturellen und sittlichen Aufhebung der Slowaken. Landwirtschaft Trnavas wurde in der ersten Hälfte 19. Jahrhunderts langsam zum Leben erweckt und auch die Einwohnerzahl stieg. Im Jahre 1840 lebten in Trnava 6 986 Einwohner. Obwohl die Stadt noch immer das Zentrum der Handwerken war, stieg auch die Landwirtschaftsproduktion, vor allem die Zuckerproduktion. Trotz der Choleraepidemie wurde in der Stadt im Jahre 1831 ein Theater gebaut. 1836 war das Bruchjahr in der Entwicklung Trnavas, als der Aufbau der Pferdebahn zwischen Bratislava und Trnava angefangen hat, die zum Getreide- und Holztransport zum Donau diente. Im Jahre 1846 wurde auch die Strecke zwischen Trnava und Sereď fertiggemacht. Die Pferdebahn war bis 1872 in Betrieb, dann wurde sie zur Dampfbahn erbaut. Revolutionäre Jahre 1848 und 1849 brachten nach ganz Europa günstigere Bedingungen für wirtschaftliche Entwicklung. In der Periode des Neobasolutismus (Alexander von Bachs Absolutismus) und steigender nationalen Unterdrückung wurde Trnava zum Sitz des Komitates „Hornonitrianska župa” (von 1850 bis 1860). Nach der neuen Reorganisation im Jahre 1860 war Trnava nicht mehr der Sitz des Komitates, sondern „nur” der Sitz Stuhlbezirks von Bratislava Komitat. Einer der Meilensteine in der wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt nach dem Österreich-ungarischem Ausgleich wurde auch die Gründung der Zuckerfabrik, ihr Aufbau fing im Jahre 1868 an. Trnavas Zuckerfabrik wurde Anfang 20. Jahrhunderts zu einem der größten Unternehmen der Lebensmittelindustrie Königreichs Ungarn. Zu den traditionellen Industriezweigen in Trnava gehörte auch Mälzerei. Trnava behielt stufenweise den guten Ruf eines Lebensmittelzentrums. In den Zeiten der nationalen Unterdrückung und der Durchsetzung der ungarischen Sprache in alle Sphären des öffentlichen Lebens entstand in Trnava im Jahre 1870 der Verein des heiligen Adalbert (Spolok svätého Vojtecha), der erhielt die slowakische nationale Bewusstheit während Slowakischer Verein (Matica slovenská) geschlossen war. Der Verein konzentrierte sich auf kulturelle und sittliche Erbauung der Slowaken und bis heute gibt liturgische Bücher, kirchliche Dokumente, Romane und Gedichte und auch manche Zeitschriften und Zeitungen heraus. Anfang 20. Jahrhunderts brachte weitere Vergrößerung der Lücke zwischen den reichen Händlern und Unternehmern auf einer Seite und den Armen auf der anderen Seite. Slowakisch-deutsche Mehrheit wurde im Laufe der Zeit zur slowakisch-ungarischen Mehrheit. Entscheidende Rolle in der Verbreitung der ungarischen Sprache als der Staatsprache spielte der ungarische kulturell-bildende Verein FEMKE, der seine Filiale auch in Trnava hatte. Trnava blieb aber trotzdem die Zentrale der slowakischen nationalen Wiedergeburt in der Westslowakei. Den Untergang Ungarischer Monarchie und die Entstehung der selbständigen Tschechoslowakischen Republik im Jahre 1918 begrüßten die Einwohner Trnavas ganz spontan und beifällig vor dem Rathaus. In den ersten Novembertagen 1918 fing die Besetzung der Westslowakei mit den tschechischen und slowakischen Soldaten an. Die neue Armee besaß Trnava am 7. November. Ungarische Regierun

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